Zunftgeschichte

Die Sage der Narrenzunft Schmiden
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde Schmiden immer wieder von schlimmer Hungersnot heimgesucht. Die Menschen kämpften ums Überleben.
1817 fiel die Ernte endlich wieder besser aus und so wurde die gute Ernte gefeiert und der Hungerstein zum Gedenken und Erinnerung an die schwere Zeit aufgestellt. Diesen findet man heute noch an der Mauer des alten Pfarrhauses.

„Errichtet zum Lob Gottes und zum Andenken an die Teu’rung* 1817 von der Gemeinde zu Schmiden“ * Fehl-/Missernte


Das Ende der Hungersnot

Die Klagen der Menschen über die Hungersnot waren nicht zu überhören und der Feldgrabb litt mit ihnen. Er wollte, dass die Hungersnot aufhört, deshalb läuft er seit dieser Zeit zur Unterstützung von Spätsommer bis Herbst über die Schmidener Felder, sammelt Ähren und Wurzeln ein um sie in der Winterzeit zu seinem leckeren Feldgrabb-Brot zu verarbeiten. Wer Glück hat, erwischt ihn vielleicht beim Brot backen, denn wer weiß schon ob der morgendliche Nebel auch wirklich nur Wasserdampf ist.

Bei seiner Arbeit erhält der Feldgrabb von seiner Scheuche tatkräftige Unterstützung. Denn diese vertreibt die diebischen Krähen und anderes Getier von Schmidens Feldern.


Das Narrengedicht
(@ Franziska Schuwer)

Ich bin ein Feldgrabb aus Schmiden
den Hungertod hab ich vertrieben –
deshalb gibt es beim Rathaus den Hungerstein,
auf ewig werden die Schmidener mir dankbar sein.

In der Fasnetszeit will ich nun
mit Feldgrabb-Brot erinnern an mein Tun.
Ab heilig 3 König im Häs auf der Gass‘
mach ich Unfug und Faxen und hab meinen Spaß.

Gegen die Narrenregeln verstoß‘ ich nicht,
denn sonst „verlöre“ ich ja mein Gesicht.
Und Worte wie Kostüm oder Karneval spreche ich gar nie aus,
die sind mir zuwider – die sind mir ein Graus.

Bis Aschermittwoch werde ein Narr ich nun sein
und freu mich, denn als Narr bin ich niemals allein.
Doch denke ich stets an die Menschen in Not
so ruf‘ ich nun laut: 3 Mal: Feldgrabb – Back Brot!